„Landkreis muss besser für unsere Kleinsten sorgen“

Northeim.

Grascha fordert mehr Erzieher, bessere Betreuungsmöglichkeiten und ein Stipendienprogram. Christian Grascha, Landratskandidat von CDU und FDP und Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag, fordert vom Landkreis Northeim eine Offensive für die frühkindliche Bildung und bessere Betreuungsmöglichkeiten. „Beste Bildung beginnt neben dem Elternhaus auch in der Krippe und in den Kindertagesstätten“, ist Grascha überzeugt. Entscheidender Schlüssel für eine gute Bildungsqualität sei ein verbesserter Betreuungsschlüssel.

Zurzeit werde aufgrund eines Vorschlags der Landrätin über ein Förderprogramm für Bautätigkeiten mit 1,5 Mio. Euro Volumen diskutiert. „Das greift aus meiner Sicht viel zu kurz. Ich bin dafür, statt in Steine und Beton in die Köpfe unserer Kinder zu investieren. Es geht um Bildung- und Betreuungsqualität“, so Grascha. Der aktuelle Schlüssel, nach dem sich zwei Erzieherinnen oder Erzieher um 25 Kinder kümmern müssen, werde den Anforderungen nicht gerecht. Graschas Vorschlag: Solange das Land die dritte Betreuungskraft noch nicht gesetzlich verankert hat und damit auch finanziert, soll der Landkreis auf dem Weg zur dritten Kraft zusätzliches Personal in den Kindertagesstätten bezuschussen. Schon eine Aufstockung der Wochenstunden von 5 bis 10 Stunden je Gruppe helfe, die Qualität vor Ort für die Kinder zu verbessern. Grascha spricht aus eigener Erfahrung. Denn als Vater von zwei Töchtern, von denen die jüngere noch in die Kita geht, bekommt er unmittelbar gespiegelt, welche die Verbesserungspotenziale bestehen. Für ihn ist klar: „Der Landkreis muss besser für unsere Kleinsten sorgen.“ Für eine adäquate personelle Verstärkung in den Kitas müssten auch nicht zwangsläufig Erzieherinnen und Erzieher eingestellt werden. Die Verstärkung könne beispielsweise auch im Rahmen einer Erhöhung der Ausbildungskapazitäten für angehende Erzieherinnen und Erzieher in Teilzeit erfolgen. Der Landkreis komme dadurch ins Spiel, dass er insbesondere finanzielle Anreize für die Träger der Kindertagesstätten zur Förderung der Teilzeitausbildungskapazitäten schaffen könne.

Ihm sei bewusst, dass bei Erzieherinnen und Erziehern aktuell ein Personalmangel bestehe. Beruf und Ausbildung müssten daher attraktiver werden. Auch der Landkreis müsse hier seine Verantwortung wahrnehmen. Dazu gehöre zum einen die Stärkung der Angebote der Berufsbildenden Schulen. Zum anderen könne der Landkreis seine Wertschätzung zum Ausdruck bringen und besondere Leistungen fördern, indem er ein Stipendienprogramm für angehende Erzieherinnen und Erzieher ins Leben ruft. Graschas Vorschlag: 20 Stipendien zu je 250 Euro monatlich sollen ausgeschrieben werden. Detaillierte Kriterien für die Stipendienvergabe könnten gemeinsam mit den Trägern der Kindertagesstätten erarbeitet werden. Der Landkreis Göttingen hat vor kurzem ein ähnliches Stipendienprogramm auf den Weg gebracht.

Dem Fachkräftemangel bei den Erzieherinnen und Erziehern könne man aber auch dadurch begegnen, zusätzliche Lehrkräfte auszubilden. Grascha: „Auch der Fachkräftemangel bei den Lehrkräften muss bewältigt werden.“ In Kooperation böten berufsbildende Schulen im Landkreis Studiermöglichkeiten für Erzieherinnen und Erzieher an. Die Absolventen könnten so den Bachelor im Bereich Soziale Dienste erreichen und hätten so eine der Grundlage für eine Lehrtätigkeit. Diese Absolventen ließen sich auch leichter in der Region halten, als neue Arbeitskräfte von außen zu gewinnen. Im Rahmen des von Christian Grascha vorgeschlagenen Stipendienprogramms für Erzieherinnen und Erzieher könnten als Anreiz die Studienbeiträge für diejenigen übernommen werden, die sich für eine Tätigkeit im Landkreis Northeim verpflichteten.