Aktionsplan für Schwimmausbildung schafft konkrete Hilfe für Kinder

Hannover.

 

Rund 70.000 Kinder- und Jugendliche in Niedersachsen konnten aufgrund der Coronapandemie und den daraus resultierenden Einschränkungen das Schwimmen nicht erlernen. Deutschlandweit sogar 1 bis 1,5 Millionen. Diese besorgniserregende Zahl nannte Sven Guse, Vorsitzender der DLRG - Ortsgruppe Northeim. Hier muss die Politik konkret helfen, um die Folgen abzumildern, so der Landtagsabgeordnete der Freien Demokraten, Christian Grascha. Er fordert deshalb einen Aktionsplan für die Schwimmausbildung. Das bedeutet, dass die ehrenamtlichen organisierten Vereine, die DLRG und der weitere engagierte Vereine, eine Förderung für die Schwimmausbildung erhalten sollen. Hier könne der Landkreis eine Initiative starten. Die Vereine und das DLRG sind ausschließlich ehrenamtlich organisiert und sie könnten oft gerade nur die Kosten durch die erhobenen Beiträge decken. Wenn die Kapazitäten erhöht werden sollen, braucht es mehr Förderung und einen Anreiz für die Vereine. Ein weiterer Vorschlag ist das konsequente Öffnen der Schwimmbäder, sowohl innen wie außen. Hygienekonzepte haben bereits im letzten Jahr bewiesen, dass dies funktioniere. Zusätzlich sollten den Vereinen genügend Zeiten und Bahnen für die Schwimmausbildung eingeräumt werden. Nur so lasse sich die Zahl der Nichtschwimmer nachhaltig senken. Im Rahmen des Aktionsplan Schwimmausbildung solle der Landkreis mit den Städten und Gemeinden darüber sprechen, wie und in welchem Rahmen mehr Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden können.

Die Ausbilder des DLRG bringen den Kindern- und Jugendlichen das Schwimmen bei, sie nehmen die Abzeichen ab, sie bilden Rettungsschwimmer und auch Sportlehrer bzw. Lehrerinnen aus. Letztere benötigen diese Ausbildung damit sie Schwimmunterricht im Rahmen des Sportunterrichtes ausüben dürfen. Weiter sind die Rettungsschwimmer gerade hier im ländlichen Raum wichtig, um die Schwimmbäder offen zu halten. Ohne einen Rettungsschwimmer darf kein Schwimmbad öffnen. Und auch an den Stränden der Nord- und Ostsee werden sie dringend gebraucht. Die Sicherheit kann aber nur gewährleistet werden, wenn Rettungsschwimmer trainieren dürfen.

Das sei ein Sicherheitsrisiko, so Grascha. Die Menschen gefährden sich selbst, aber unter bestimmten Umständen auch die Rettenden selbst, wenn es um das Retten in unklaren Gewässern gehe, wie in Seen oder am Meer beispielsweise. Die fehlenden Möglichkeiten zum Erlernen des Schwimmens betreffen aber nicht nur Kinder – auch viele Erwachsene können leider nicht schwimmen. So steige die Zahl der Nichtschwimmer permanent, da im Jahr 2020 nur ein Bruchteil das Schwimmen erlernen konnte. Hier müsse es eine eindeutige Priorität geben, auch im Landkreis Northeim, so Christian Grascha (FDP) abschließend.