Das neue Schuljahr beginnt und die Kultusministerin, Frauke Heiligenstadt, produziert vor allem eines; inakzeptable Zustände an Niedersachsens Schulen. Aus Sicht der Freien Demokraten ist die Unterrichtsversorgung für das beginnende Schuljahr 2017/18 nicht gesichert. „Zwar hat die Landesregierung eine statistische Unterrichtsversorgung von 98 Prozent für das kommende Schuljahr angekündigt, aber die tatsächliche Unterrichtsversorgung ist zwei Prozentpunkte niedriger“, stellt Christian Grascha, der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Landtag klar. Auf eine Anfrage der FDP-Fraktion räumte die Landesregierung ein, dass so genannte kapitalisierte Lehrerstunden in die Unterrichtsversorgung eingerechnet werden. Im vergangenen Schuljahr waren das mehr als 25.000 Lehrerstunden. „Betreuung im Ganztag kann aber keinesfalls mit Unterricht in Deutsch oder Mathematik gleichgesetzt werden“, kritisiert die Sprecherin für Schulpolitik und Landtagskandidatin der FDP im Wahlkreis Northeim, MarionVillmar-Doebeling.

Erschwerend kommt hinzu, dass ab sofort Abordnungen von Gymnasiallehrkräften an die Grundschulen vorgenommen werden sollen, obwohl insbesondere an den Gymnasien seit 2013 eine systematische Reduktion der Lehrkräfte vorgenommen worden ist. „Ich bedaure sehr, dass die Schülerinnen und Schüler an den niedersächsischen Gymnasien unter einem nochmals vermehrten Unterrichtsausfall zu leiden haben werden. Auch die letzten zwei G-8-Jahrgänge, die sich ab August 2017 in den gymnasialen Oberstufen befinden, benötigen dringend jede Unterrichtsstunde, um nachhaltig auf das Abitur vorbereitet werden zu können“, betont Villmar-Doebeling und fügt hinzu: „An allen Schulen Niedersachsens ist seit Beginn der rot-grünen  Bildungspolitik die Unterrichtsversorgung dramatisch gesunken. Und an den Berufsbildenden Schulen hat die Unterrichtsversorgung inzwischen einen absoluten Tiefstand von durchschnittlich nur 85 Prozent erreicht.“ Das müsse sich dringend wieder ändern.

Christian Grascha fügt hinzu: „In jeder Woche fallen schon heute landesweit durchschnittlich mehr als 100.000 Unterrichtsstunden aus. Aktuell müssen auch noch mindestens 179 Grundschulen ohne Schulleiter/in auskommen.“ „Die von der Ministerin 2013 eingeleitete „Zukunftsoffensive Bildung“ ist  gescheitert.“ So  fasst es Villmar-Doebeling zusammen. Hinzu komme, dass zur Ausbildung neuer Lehrkräfte unlängst die Studienseminare in Niedersachsen nicht ausreichend besetzt wurden. In dieser seit 2014 angespannten  Situation sei das ein schwerwiegender Fehler. Von den 700 möglichen Stellen sind aufgrund eines technischen Fehlers nur 540 Stellen besetzt worden. Die Situation an den Schulen müssen kurzfristig verbessert werden. Die Freien Demokraten hätten hierzu auch Vorschläge gemacht, die von rot-grün bisher abgelehnt wurden.