„Kleine und mittlere Unternehmen aus Mittelstand und Handwerk werden aktuell immer stärker durch Bürokratie belastet, statt dessen brauchen wir mehr Freiheit und mehr marktwirtschaftliche Lösungen, um Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten sowie investieren zu können“, dies sagte die Unternehmerin und FDP-Politikerin Marie-Christine Ostermann beim Mittelstandsgespräch der Freien Demokraten im Landkreis Northeim. Christian Grascha, der FDP Kreisvorsitzende, freute sich bei der Begrüßung, dass Frau Ostermann für diesen Termin gewonnen werden konnte. Sie stehe authentisch als Unternehmerin für die Werte von Familienunternehmen. Ostermann war nach der Bundestagswahl 2013 in die FDP eingetreten und arbeitet seit dem u.a. als Landesschatzmeisterin in NRW am Wiederaufstieg der Liberalen mit. 

Marie-Christine Ostermann ist seit 2005 geschäftsführende Gesellschafterin der Rullko Großeinkauf GmbH & Co. KG in Hamm. Außerdem war sie von 2009 bis 2012 Bundesvorsitzende des Verbandes „Die Jungen Unternehmer – BJU“. 

Ostermann kritisierte die bürokratische Umsetzung des Mindestlohns. Die Dokumentationspflichten führten dazu, dass insbesondere Geringqualifizierte weniger Chancen am Arbeitsmarkt haben würden. „Eine Kultur des Misstrauens gegenüber Unternehmern ist völlig unangebracht und schadet dem gesellschaftlichen Klima in Deutschland“, so Ostermann. Die geplante Offenlegung von Arbeitnehmergehältern schaffe ebenfalls zusätzliche Bürokratie und schüre Neid und Missgunst in der Belegschaft. Es werde verkannt, dass Arbeitnehmer selbstverständlich trotz gleicher Tätigkeit unterschiedliche Leistungen bringen und dafür selbstverständlich auch unterschiedlich entlohnt werden könnten. Eine Offenlegung verletzte die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen. Eine bessere Frauenförderung sei so genauso wenig wie mit der Frauenquote möglich. Stattdessen müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. 

Die Freie Demokratin Ostermann plädierte auch für eine bessere Schulbildung. „Es müsse mehr Wert darauf gelegt werden, wirtschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln und jungen Menschen Mut zu machen, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten und auch die Selbständigkeit zu wagen“, sagte Ostermann.  

„Wenn Unternehmer und der Mittelstand unzufrieden mit der Politik sind, dann müssen sie selbst in die Politik gehen. Frau Ostermann ist diesen Schritt gegangen und bringt nun ihre Erfahrung in die Arbeit der Freien Demokraten ein“, so Grascha. Deutschland brauche politische Kräfte, die zuerst daran denken, dass das Geld zunächst erwirtschaftet werden müsse, bevor es verteilt werden könne. „Es sind vor allem Mittelstand und Mittelschicht, die den Karren ziehen, sie dürfen nicht laufend mit immer mehr Bürokratie, Abgaben und Steuern belastet werden“, fordert der liberale Landtagsabgeordnete abschließend.