Hannover. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Christian Grascha, plädiert dafür, das neue Bundesgesetz zur Erdverkabelung jetzt zügig zu beschließen. Grascha reagiert damit auf Presseberichte, nach denen es in der CSU Widerstände gegen das Gesetz gibt. „Ich verstehe diese Blockade-Haltung nicht“, sagt Grascha, „die Umlage für die Erdverkabelung über den Strompreis ist gerecht, weil der Süden massiv von den Stromtrassen profitieren wird. Wir können nicht akzeptieren, dass den Bürgern in Niedersachsen aus Bayern zusätzliche Lasten aufgedrückt werden.“
Grascha unterstützt ausdrücklich die Planungen von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Dessen Pläne sehen vor, dass die zuständigen Behörden eine Erdverkabelung vorschreiben können, wenn der Mindestabstand zur Wohnbebauung unter 400 Metern liegt. „Das schafft für alle Beteiligten Rechtssicherheit“, so der FDP-Politiker aus Einbeck, „hier geht es um die Anliegen tausender Menschen, die in der Nähe der neuen Stromtrassen wohnen. Niedersachsen ist besonders betroffen. Bis 2015 werden allein bei uns im Land etwa 400 Kilometer neue Höchstspannungsleitungen entstehen.“ Grascha bewertet Brüderles Vorschläge auch als Erfolg der niedersächsischen Interessenvertretung in Berlin.
Gleichzeitig habe die Weiterleitung des Stroms aus dem Offshore-Bereich eine bundesweite Bedeutung. „Wenn es der CSU in der Bundesregierung jetzt allein um die Stromkunden in Bayern geht, dann kommt sie über den Anspruch einer Regionalpartei nicht hinaus. In der Bundespolitik sollte sie aber nicht vergessen, dass es um ein Energiekonzept für das ganze Land geht.“
